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Der Kennedy Mord und der Deep State

Bevor Sie folgende Zeilen lesen möchte ich Ihnen diese Videos ans Herz legen

Ein weißes Kreuz markiert den Punkt am Dealey Plaza. Man sagt, die USA hätten hier ihre Unschuld verloren. Am 22. November 1963 wurde Präsident John F. Kennedy genau an dieser Stelle erschossen. Das Attentat löste ein nationales Trauma aus – und ist seit Jahrzehnten die größte Touristenattraktion in Dallas.

Das auf die Straße gepinselte Kreuz ist wohl einer der am meist fotografierten Orte in der texanischen Metropole. Jeder möchte da stehen, wo JFK einst in den Kopf geschossen wurde. Gerade werden mal wieder lustige Gruppenbilder gemacht. Danach begutachten die Touristen einige Meter weiter kleine Ölflecken auf der Straße. Handelt es sich vielleicht um das getrocknete Blut des US-Präsidenten? Das gegenüberliegende John F. Kennedy Memorial Plaza vom Architekten Philip Johnson interessiert die vier Männer aus New York weniger. Eigentlich sind sie für das All-Star-Game der Basketball-Liga nach Dallas gekommen. „Aber hey“, sagt einer der Sportfans. „Das hier muss man doch gesehen haben, oder?“

Das Kennedy-Attentat ist für Dallas Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist es nicht schön, immer im Zusammenhang mit einem toten Präsidenten erwähnt zu werden. Anderseits zieht der Mord an JFK die Touristen in die Stadt. Auch wenn man das nicht gerne zugibt. Früher trafen sich in Dallas lediglich die Ölbarone zum Geschäftemachen, jetzt kommt die Welt zum Tragödientourismus. Die ganzen schönen Museen voll moderner Kunst, das Dallas World Aquarium oder die Southfork Ranch sind lediglich schmückendes Beiwerk. Wer Dallas besucht, der pilgert zum denkmalgeschützten Dealey Plaza. Das hat sich nicht geändert und wird sich auch nicht ändern.

Mehr als 325.000 Besucher wandern jährlich durch das kleine Sixth Floor Museum. Der sechste Stock des ehemaligen Lagerhauses für Schulbücher bietet den besten Blick auf den Tatort. Schließlich feuerte hier Lee Harvey Oswald die tödlichen Schüsse auf JFK ab. Die Ecke, in der der Attentäter sich einst versteckte und auf den Autokorso des Präsidenten wartete, wurde mit ein paar Pappkartons möglichst detailgetreu wiederhergestellt. Das sieht nicht wirklich spektakulär aus, aber die Menschen verharren trotzdem in andächtiger Stille, während eine Webcam 24 Stunden am Tag live den Blick aus dem Fenster auf den Dealey Plaza ins Internet überträgt. Letzteres ist auch eher langweilig, schließlich ist kaum damit zu rechnen, dass ein weiterer US-Präsident an dieser Stelle sein Leben lassen muss.

Die CIA-Theorie

Täter: Drei Landstreicher, die die Polizei kurz nach dem Attentat am Bahnhof von Dallas festnahm, aber wieder laufen ließ – in Wahrheit angeblich Agenten des Geheimdienstes CIA

Motiv: Die CIA spielt in vielen Theorien eine Rolle, als Partner der Mafia, von Exil-Kubanern, Kriegstreibern in Politik und Rüstungsindustrie oder aus eigenem Machtstreben.

Was dafür spricht: Wenn es eine Verschwörung gab, ist sie ohne die CIA kaum denkbar. Nur der damals allgegenwärtige US-Geheimdienst hätte die Macht gehabt, ein solches Attentat zu organisieren und zu vertuschen.

Was dagegen spricht: Die Landstreicher waren den Polizeiakten zufolge wirklich Landstreicher. Aber wer weiß schon, ob die CIA nicht die Akten manipulierte.

Wahrscheinlichkeit: Damals hatten die US-Geheimdienste überall die Finger im SpielDamals?

Waren es die Russen oder Fidel Castro?

13,50 Dollar kostet der Eintritt ins Sixth Floor Museum, das es seit 1989 in Dallas gibt. Dafür gibt es zum Glück mehr als eine kleine Ecke voller Pappkartons. Über 25.000 Ausstellungsstücke wurden zusammengetragen. Natürlich kann man den berühmten Zapruder-Film und den Orville-Nix-Film sehen, in denen das Attentat verwackelt in Farbe zu bestaunen ist. Es gibt Krankenhausunterlagen, Ermittlungsakten, Zeitungsausschnitte, Fotografien, Waffen und Kameras zu besichtigen. JFK, Ehefrau Jackie, Lee Harvey Oswald, Jack Ruby – der gesamte Attentatskosmos wird erklärt. Eine großartige Audiotour mit Zeitzeugen und original Tondokumenten liefert weitere Informationen.

Die zahlreichen Verschwörungstheorien zum Kennedy-Attentat dürfen im Sixth Floor natürlich auch nicht fehlen. War es die Mafia, der Russe, das FBI oder gar Fidel Castro? Gab es mehrere Schützen oder doch nur Oswald? Und warum erschoss Ruby den Attentäter? Auf einer großen Tafel werden all diese Fragen gestellt. Antworten liefert allerdings auch das Museum nicht. Die wilden Spekulationen dienen eher der guten Unterhaltung. Ein wenig Show muss sein.

In einer dunklen Ecke wird ein bewegender Film über die Beerdigung Kennedys gezeigt. Manch einer kämpft hier mit den Tränen. Aus Touristen werden wieder Traumatisierte. Auch wenn sie nicht einmal 30 Jahre alt sind. Einige der Besucher verewigen sich später im Gästebuch des Museums. „Der Mann starb hier, aber seine Träume leben weiter“, steht dort geschrieben. Aber auch „Frohes neues Jahr“ oder „Die Sowjetunion und die Mafia haben JFK umgebracht“.

Im unvermeidlichen Souvenirladen des Sixth Floor kommt der texanische Geschäftssinn wieder zum Vorschein. Es ist fast schon pietätslos, was alles mit dem Konterfei Kennedys und im Zusammenhang mit dem Attentat verkauft wird. Schlüsselanhänger, Kaffeetassen, Poster – das Museum bietet das volle Nippesprogramm. Sogar eine Schmuckkollektion, die den Geschmeide von Jacqueline Kennedy nachempfunden ist, steht zum Verkauf.Auch vor dem Eingang des Museums werden mit dem Attentat ein paar schnelle Dollar verdient. Bei gutem Wetter warten hier die inoffiziellen Hüter der JFK-Geschichte. Sie verkaufen „Historic Journals“, und für ein paar Dollar obendrauf gibt es auch noch ein paar schmutzige Details aus dem Präsidentenleben sowie eine Einführung in die beliebtesten Verschwörungstheorien. An Kundschaft mangelt es ihnen nicht.

Britische Zeitung erhielt anonymen Hinweis vor dem Attentat

In den USA sind Teile der Geheimakten über den Mord an John F. Kennedy veröffentlicht worden. Sie bringen neue Erkenntnisse über das FBI und den britischen Geheimdienst.27. Oktober 2017, 1:50 UhrAktualisiert am 27. Oktober 2017, 17:32 UhrQuelle: ZEIT ONLINE, AFP, AP, dpa, mp, fa, sue376 Kommentare

John F. Kennedy Ermordung
Auf dieser Straße in Dallas wurde am 22. November 1963 der US-Präsident John F. Kennedy erschossen. © Keystone/​Getty Images

Nach der Veröffentlichung bislang gesperrter Geheimakten über die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy machen sich Medien an die Auswertung der 2.891 Dokumente. So berichtet die Nachrichtenagentur AP von einem anonymen Anruf, den die britische Zeitung Cambridge News kurz vor den Schüssen auf den US-Präsidenten erhalten haben soll.

Demnach heißt es in einem der Dokumente, ein Anrufer habe der Zeitung am 22. November 1963 angekündigt, den USA stünden „große Nachrichten“ bevor. Weiter habe der Anrufer gesagt, ein Reporter der  Zeitung solle die US-Botschaft in London anrufen. Laut dem Dokument schätzte der britische Geheimdienst MI5, dass der Anruf etwa 25 Minuten vor den tödlichen Schüssen auf Kennedy eingegangen war.

Wie die Cambridge News online berichteten, handelt es sich bei dem Dokument um eine Notiz des damaligen FBI-Direktors James Angleton. Darin heißt es der Zeitung zufolge weiter, nach dem Anschlag auf Kennedy habe der Reporter die Cambridger Polizei über den Anruf informiert, woraufhin sich die Polizei an den MI5 gewandt habe. Eine Reporterin der Cambridge News sagte der AP, es sei „komplett atemberaubend“, von dem Anruf erfahren zu haben. 

Die gesperrten Geheimakten über die Ermordung Kennedys wurden von der Regierung für die Veröffentlichung freigegeben. Anders als angekündigt wurden auf der Website des US-Nationalarchivs jedoch nicht alle Dokumente zugänglich gemacht. In letzter Minute blockierte US-Präsident Donald Trump die Veröffentlichung von Teilen der Papiere und folgte damit einer Bitte der Bundespolizei FBI, des Auslandsgeheimdienstes CIA und weiterer Geheimdienste.

Dem Weißen Haus zufolge enthalten die entsprechenden Dokumente Informationen etwa über die Identität und die Rolle von Informanten. Trump habe den Diensten deshalb sechs weitere Monate Zeit gegeben, um darzulegen, warum sie nicht veröffentlicht werden sollten. 

Trump hatte in der vergangenen Woche die Offenlegung der Dokumente angekündigt. Zugleich schränkte er ein, diese stehe „vorbehaltlich des Erhalts weiterer Informationen“. Trump selbst gehört zu den Skeptikern der offiziellen Version zum Mord an seinem Vorgänger. Im vergangenen Jahr hatte er den Vater von US-Senator Ted Cruz beschuldigt, an dem Attentat beteiligt gewesen zu sein. Cruz war einer der Konkurrenten Trumps um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner.

FBI wurde vor Ermordung Oswalds gewarnt

Der Guardian stieß bei der Durchsicht der Dokumente auch auf ein Memo des damaligen FBI-Direktors J. Edgar Hoover. Daraus geht hervor, dass die Bundespolizei vor der Ermordung des Attentäters Lee Harvey Oswald gewarnt wurde.  

„Letzte Nacht bekamen wir einen Anruf in unserem Büro in Dallas von einem Mann, der mit ruhiger Stimme sagte, dass er Mitglied in einem Komitee sei, das organisiert wurde, um Oswald zu töten“, schrieb Hoover an dem Tag, an dem Oswald erschossen wurde. „Wir haben sofort den Polizeichef benachrichtigt und er versicherte uns, dass Oswald ausreichend beschützt werde. Heute Morgen haben wir den Polizeichef erneut angerufen und vor möglichen Aktionen gegen Oswald gewarnt und erneut versicherte er uns, Oswald werde adäquat geschützt“, schrieb der FBI-Chef. „Dies wurde jedoch nicht getan.“

Im selben Memo äußerte Hoover bereits die Befürchtung, dass sich Verschwörungstheorien zum Tod des Präsidenten und seinem Mörder verbreiten könnten. Er und Regierungsberater Nicholas Katzenbach seien bemüht, etwas zu veröffentlichen, das die Öffentlichkeit davon überzeugt, dass Oswald der wahre Attentäter ist. Andere Memos zeigen, dass das FBI Oswald bereits in den Monaten vor der Ermordung Kennedys zu beschatten versuchte.

Sowjets besorgt, Kuba erfreut über Tod Kennedys

Die Dokumente enthalten auch Informationen über die mögliche Verwicklung feindlicher Staaten in die Ermordung des US-Präsidenten. Die UdSSR habe Oswald für einen „neurotischen Verrückten, der illoyal gegenüber seinem eigenen Land und allem anderen“ war gehalten, heißt es in einem weiteren FBI-Memo

Darin berichtet eine US-Quelle, dass der damalige KGB-Chef Boris Iwanow es für unwahrscheinlich hielt, dass Oswald die Tat allein begangen habe. Der Tod Kennedys sei jedoch ein Problem für den KGB. Auch andere Sowjets seien besorgt gewesen, etwa, dass irgendein General die Macht übernehmen und Atomraketen auf die Sowjetunion schießen könnte. Kuba hingegen, zumindest der kubanische Botschafter in den USA, habe laut einem Memo der CIA auf die Nachricht vom Tod Kennedys mit „glücklicher Freude“ reagiert.

Akten sollen Zehntausende Seiten enthalten

Eine offizielle Untersuchung war nach Kennedys Tod zu dem Ergebnis gekommen, dass er von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald in Dallas erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby getötet wurde. Die Version wurde vor allem von Verschwörungstheoretikern immer wieder angezweifelt.

Durch den aufsehenerregenden Film JFK des US-Regisseurs Oliver Stone war die Diskussion über die Hintergründe des Attentats 1991 wieder aufgeflammt. Ein Gesetz verfügte daraufhin ein Jahr später die Veröffentlichung von nahezu allen der rund fünf Millionen Dokumente zu Kennedys Tod. Nur ein Bruchteil fiel unter eine 25-jährige Geheimhaltungsfrist – diese lief nun am 26. Oktober aus. Experten gehen indes nicht davon aus, dass die nun freigegebenen Dokumente aufsehenerregende Enthüllungen nach sich ziehen. Die Sichtung des umfangreichen Aktenmaterials wird dauern. Es soll sich um Zehntausende, womöglich mehr als 100.000 Seiten handeln.

Aber nicht nur die Touristen packt die morbide Faszination, wenn es um das Attentat geht, selbst die Bürger von Dallas sind dieser nicht abgeneigt. Bestes Beispiel ist das „Lee Harvey’s“. Die runtergekommene Kneipe liegt im Süden von Dallas. Während in den Nachbarstraßen offen mit Crack gedealt wird und man hier nach Einbruch der Dunkelheit besser nicht mehr herumwandert, erfreut sich die düstere Pinte großer Beliebtheit in der alternativen Szene der texanischen Stadt.

An Wochenenden ist das „Lee Harvey’s“ brechend voll. Der Grund für die Beliebtheit ist nicht die minimalistisch bestückte Jukebox oder das günstige Bier, sondern das Gerücht, in dem Haus hätte früher der Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald gewohnt. „Das ist der totale Quatsch“, sagt der Barmann und schüttelt lachend den Kopf. „Aber solange deshalb die Leute kommen, ist mir das ziemlich egal.“

Bisher unter Verschluss gehaltene Akten zum Mord an John F. Kennedy bringen kaum neue Erkenntnisse. Das Rätselraten geht indessen weiter.

Washington. Wer war der Mann in der Bar in New Orleans, der im November 1963 hundert Dollar auf die baldige Ermordung von Präsident John F. Kennedy wetten wollte? Was wusste der geheimnisvolle Anrufer, der sich 25 Minuten vor den tödlichen Schüssen auf den Präsidenten in Dallas bei einer britischen Provinzzeitung meldete und eine „große Nachricht“ in den USA ankündigte? Warum traf sich Kennedy-Mörder Lee Harvey Oswald zwei Monate vor dem Mord am Präsidenten in Mexiko mit einem sowjetischen Experten für Attentate?

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach Kennedys Tod am 22. November 2061 sorgt der Mord für neue Fragen und neue Verschwörungstheorien. Einem Gesetz aus dem Jahr 1992 folgend hat Präsident Donald Trump fast 3000 bisher geheimgehaltene Dokumente über den Kennedy-Mord auf der Internetseite des Nationalarchivs (www.archives.gov) veröffentlichen lassen. „So interessant“ seien die neuen Schriftstücke, hatte Trump auf Twitter angekündigt. Das Gesetz war eine Reaktion auf den Film „JFK“ des Regisseurs Oliver Stone, der neue Spekulationen über den Kennedy-Mord ausgelöst hatte.DIESES VIDEO KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:Österreich: Ist nach Ischgl der neuer Corona-

Obwohl mehr als 90 Prozent aller Regierungsunterlagen zu dem Fall inzwischen freigegeben wurden, seien unter den neuen Akten einige „historische Goldstücke“, befand die „Washington Post“ in einer ersten Analyse. Die „New York Times“ verglich die Masse der Dokumente mit dem Fund verstaubter Schriftstücke in einer „Schatzkiste“ auf einem Dachboden. Es gibt Langweiliges, aber auch Interessantes. Die Kennedy-Dokumente waren Tagesgespräch in den USA.

Zur Aufregung tragen selbst jene Unterlagen bei, die nach wie vor zurückgehalten werden. Er beuge sich den Warnungen seiner Berater, die bei einigen Akten eine Gefährdung der nationalen Sicherheit sähen, schrieb Trump. Die Dokumente sollen in den kommenden sechs Monaten neu überprüft werden. Bei den Bedenken geht es darum, dass die betroffenen Akten, von denen einige erst 20 Jahre alt sind, Rückschlüsse auf Geheimdienstmitarbeiter zulassen könnten.

Verschwörungstheoretiker wie Robert Stone wittern jedoch ein neues Komplott. Stone ist ein Freund von Trump und vertritt in einem Buch die These, Kennedy sei auf Geheiß seines Vizepräsidenten und Nachfolgers, Lyndon B. Johnson, ermordet worden. Die Geheimdienste wollten weiter so viele Dokumente unter Verschluss halten wie möglich, sagte Stone der „Washington Post“. Laut der regierungsamtlichen Version der Ereignisse war Oswald, ein 24-jähriger ehemaliger Scharfschütze der Marineinfanterie, ein Einzeltäter ohne Organisation im Rücken. Oswald selbst bestritt in ersten Verhören eine Verwicklung in den Mord, konnte aber weiter nichts zur Aufklärung beitragen, weil er zwei Tage nach dem Mord an Kennedy von dem Nachtklubbesitzer Jack Ruby erschossen wurde. In etlichen Theorien taucht auch Ruby als Teilnehmer eines Komplotts auf.

Unbeantwortete Fragen und Zweifel gab es gleich nach dem Mord genug. Neben Vizepräsident Johnson werden in diversen Versionen eines angeblichen Komplotts auch das kommunistische Kuba, anti-kommunistische kubanische Exilanten, die vietnamesische Regierung, die Mafia und die amerikanischen Geheimdienste als Drahtzieher genannt. In den neu veröffentlichten Akten finden sich Hinweise darauf, dass auch die Sowjetunion befürchtete, mit dem Mord an Kennedy in Verbindung gebracht zu werden und als Vergeltung Ziel eines US-Raketenangriffs. Die Frage nach einer Verwicklung der Sowjets dürfte nun zu den Aspekten gehören, die neu aufs Tapet kommen.

Das alles sind Meldungen des Mainstreams, zu einem Großteil ist es bebelgt das es ein Mordkomplott zwischen CIA, FBI, Secret Service UND DER Mafia, war,

Kennedy wurde an der Daily Plaza ins Kreuzfeuer genommen und es wurden in Summe mehr als 10 Schüsse abgefeuert, das belegen die zahlreichen Einschusslöcher und Patronenfragmente. FAKT ist auch das JFK von Vorne letzten Endes getötet wurde. Wer der Schütze war, da gibt es zahlreiche Mythen, Lucian Sarti von der Korsischen Mafia und James Files, gelten als am wahrscheinlichsten,. Im Schoolbook Building waren auch Killerkommandos, einer der die Operation kontrollierte ist einer der engsten Mitarbeiter von Lynden B Johnson.

Auch im Deltex Building war ein Killerkommando platziert, somitn wurde JFK in Folge von 3 Seiten unter Beschuss genommen, das Zeichen gab ein ein Mann am Straßenrand der mit seinem Regenschirm am sonnigen Tag das Zeichen gab in dem er den Schirm öffnete.

Oswald war während der Operation zwar in Texas nSchool Book Depository, war aber höchst wahrscheinlich nicht eingeweiht, er aß sein Mittagsbrötschen, trank eine Cola und ging dann ganz normal aus dem Gebäude, wo er zuvor von einer Mitarbeiterin bzw Kollegin und einem heran eilenden Polizisten gesehen wurde. Es ist also unmöglich das Oswald, Kennedy tötete und schon gar bicht mit einem 20 Dollar Repetiergewehr!

So ging er zu seinem Gästezimmer das er als Untermieter bewohnte und holte sich dort Papiere und einen Revolver, zumindest wird das mit der Waffe offfiziell behauptet, im Kino, wo sein Weg endetet hatte er keine Waffe bei sich.

Diese solle nach der Ermordung von Tippit weggeworfen haben.

Es gilt als wahrscheinlich das er dort George De Mohrenschildt treffen wollte,. einem CIA Mann der sein Geld mit Öl und Waffen verdiente. Doch zu diesem Treffen kam es nicht mehr..

Im Zuge der Warren Untersuch8ung wurden zahlreiche Zeigen getötet, oder wurden auf extreme Weise verunfallt.

Um alles zu verstehen kann ich Ihnen 4 wichtuge Dokus empfehlen:

Folgenden Film gint es bislang leider nur auf English

Hier der genaue Ablauf der Fahrt von Kennedy:

Die Fahrt von John F. Kennedy in den Tod

Am 22. November 1963 stirbt US-Präsident John F. Kennedy in Dallas durch die Kugeln eines Attentäters. Rekonstruktion eines Tages, der die Geschichte veränderte.Veröffentlicht am 22.11.2013 | Lesedauer: 24 MinutenVon Sven Felix KellerhoffLeitender Redakteur Geschichte0Werbung ausblendenAnzeige

Auch ein halbes Jahrhundert nach seinem gewaltsamen Tod zählt John F. Kennedy zu den beliebtesten US-Präsident aller Zeiten, mal vor und mal direkt nach Abraham Lincoln, George Washington und Ronald Reagan. Trotz oder vielleicht wegen des Attentats am 22. November 1963, das seine Amtszeit als Staatschef unvollendet ließ. Niemand weiß sicher, wie Kennedy sich bewährt hätte in politischen Krisen wie dem Konflikt in Vietnam oder bei der Durchsetzung der Bürgerrechte für schwarze Amerikaner.

Der frühe Tod des 46-Jährigen ließ ihn zum Mythos werden. Gleichzeitig ranken sich unzählige Verschwörungstheorien um Kennedys Tod. Die meisten beruhen auf falschen oder unvollständigen Fakten. Sven Felix Kellerhoff rekonstruiert die letzten Stunden im Leben jenes Mannes, der als Symbol des „amerikanischen Traums“ gilt. Dabei wird die Ortszeit von Dallas, Washington  D.C. und Langley (Virginia) in Mitteleuropäische Zeit übertragen.

Fort Worth, Zentrum, 04:00 Uhr

Gegenüber dem luxurösen Hotel Texas versammeln sich die ersten Kennedy-Anhänger. Sie hoffen, einen guten Platz bei der kurzen Rede ihres Idols auf dem Parkplatz erhaschen zu können.

Dallas-Nord, 05:00 Uhr

Im Pfarrhaus der Holy-Trinity-Gemeinde steht Pfarrer Oscar Huber auf. Der katholische Priester hat sich vorgenommen, an den Straße zu stehen, wenn der erste römisch-katholische Präsident aller Zeiten vorbeifährt.

Langley, 05:30 Uhr

Die frühmorgendliche Besprechung bei der Central Intelligence Agency in Virginia zeigt, dass an diesem Freitag keine besondere Bedrohungslage erkennbar ist.

Dallas, 05:45 Uhr

Die aktuelle Ausgabe der „Morning News“ wird ausgeliefert. Auf Seite 14 findet sich eine ganzseitige Anzeige, die wie eine Traueranzeige von einem schwarzen Rand eingefasst ist. Die Überschrift lautet: „Willkommen in Dallas, Mr. President!“ Der Text enthält harsche Vorwürfe: Kennedy sei verantwortlich für die Einkerkerung, Ausweisung und Verfolgung Tausender Kubaner. Die Regierung des liberalen Präsidenten stehe in geheimen Einverständnis mit den amerikanischen Kommunisten und verkaufe sogar Lebensmittel nach Nordvietnam – an Rebellen, die US-Militärberater erschießen.

Fort Worth, Zentrum, 06:00 Uhr

Der Reporter Bob Baskin von den „Dallas News“ wacht auf, sieht den strömenden Regen und die rund fünftausend Kennedy-Fans vor dem Hotel. Er beschließt, in seinem Zimmer zu bleiben und Kennedys Rede über die Lautsprecher zu hören, statt sich ins Gewühl vor dem Hotel zu stürzen.

Fort Worth, Zentrum, 06:15 Uhr

Master Sergeant Joe Giordano lässt das Wappen des Präsidenten am Rednerpult im Großen Ballsaal des Hotel Texas anbringen. Auch an den Lastwagen vor dem Hotel, von dem aus Kennedy eine kurze Wahlkampfansprache halten will, wird das Symbol angebracht.

Irving bei Dallas, 06:25 Uhr

Marina Oswald, gebürtige Russin und Ehefrau von Lee Harvey Oswald, wacht in ihrem gemieteten Haus in einem Vorort auf. Sie stillt ihre Tochter June und spricht mit ihrem Mann, der sich gerade seine Arbeitskleidung anzieht. Ihre Ehe läuft schlecht, worunter Lee leidet. Als er das Haus verlässt, zieht er seinen Ehering vom Finger und lässt ihn zusammen mit 187 Dollar, fast seinem gesamten Geld, in der Küche liegen.

Fort Worth, Zentrum, 06:45 Uhr

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Kennedys Freund und Sonderberater Ken O’Donnell steht auf. Wie fast jeden Morgen wird er das erste Stabmitglied sein, das der Präsident zu sich ruft. Zuvor muss er sich informieren.

Dallas, Innenstadt, 07.08 Uhr

Der Polizeichef der Stadt tritt in der örtlichen Ausgabe der „Morning Show“ des TV-Senders NBC auf und erläutert, welche Sicherheitsmaßnahmen für den Besuch des Präsidenten ergriffen worden sind. Angesichts der aggressiven Stimmung in der Stadt, die sich in der Anzeige in den „Morning News“ zeigt, warnt er vor möglichen Ausschreitungen. Die Polizei sei auf alles vorbereitet.

Irving, 07:23 Uhr

Mit einem länglichen braunen Paket steigt Lee Harvey Oswald in das Auto seines Kollegen Wesley Frazier, mit dem er heute zusammen zum Schulbuchlager fahren will, wo beide arbeiten. Oswald sagt, es handele sich um Gardinenstangen, und Frazier fragt nicht nach.

Fort Worth, Zentrum, 07:30 Uhr

Der persönliche Kammerdiener des US-Präsidenten, der 55-jährige George Thomas, klopft wie jeden Morgen an die Tür von Kennedys Schlafzimmer. Er hört die Bettdecken rascheln und tritt ein. „Es regnet“, sind seine ersten Worte, und Kennedy erwidert verschlafen: „Das ist übel!“

Dallas, Dealey Plaza, 07:55 Uhr

Pünktlich kommen Oswald und Frazier beim Schulbuchlager an und beginnen ihre Schicht.

Fort Worth, Zentrum, 08:05 Uhr

Der Präsident liest in den überregionalen und den örtlichen Morgenzeitungen. Über die Bösartigkeit mehrerer Artikel in den „Morning News“ ärgert sich Kennedy, über einen Kommentar in der „New York Times“ freut er sich.

Irving, 08:10 Uhr

Marina Oswald findet in der Küche ihres Hauses das Geld. Sie wundert sich aber nur kurz und wendet sich dann wieder ihrem Radio zu.

Fort Worth, Zentrum, 08:15 Uhr

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General Godfrey McHugh, diensthabender Adjutant des Präsidenten, bringt den morgendlichen Bericht des Sicherheitsrates vorbei. Er handelt von der Lage in Zypern und Korea; außerdem sind die Verlustzahlen aus Vietnam enthalten sowie wörtliche Übersetzungen von Äußerungen des französischen Präsidenten Charles de Gaulle und des sowjetischen Staatschefs Nikita Chruschtschow.

Dallas-Nord, 08:30 Uhr

Die Polizei beginnt nach dem morgendlichen Stoßverkehr mit der Sperrung von Hauptverkehrsstraßen. In gut drei Stunden wird der Präsident erwartet.

Fort Worth, Zentrum, 08:30 Uhr

In seiner Suite scherzt John F. Kennedy mit Mitarbeitern über seine bisherige Wahlkampftour. Vor allem wolle das Publikum seine Frau Jackie sehen. Der Präsident ist guter Stimmung, trotz des Regens, und macht sich auf den Weg zum gegenüberliegenden Parkplatz, um vor den wartenden Anhängern eine kurze Rede zu halten.

Dallas-Nord, 08:45 Uhr

In erst vier Jahre alten Trade Mart, dem neuesten Gebäude des Messegeländes von Dallas, treffen die ersten Gäste ein. Hier soll der Präsident um 13 Uhr eine Rede beim Lunch vor 2600 zahlenden Gästen halten.

Fort Worth, Zentrum, 08:50 Uhr

Kennedy überquert die 8th Street, um sich in die Menge der wartenden Demokraten zu stürzen. Der Regen hat sich zu leichtem, nebelhaftem Niesel abgeschwächt.

Fort Worth, Zentrum, 08:53 Uhr

Kennedy klettert auf den bereitstehenden Lautsprecherwagen mit dem Präsidentensymbol und begrüßt sein Publikum. Seine Frau mache sich gerade zurecht, sagt er: „Sie braucht dafür etwas länger, aber dafür sieht sie dann auch besser aus als wir!“ Die Zuhörer sind begeistert.

Dallas, Dealey Plaza, 09:00 Uhr

In Dallas verlässt der Kleidungsfabrikant Abraham Zapruder sein Büro in der Houston Street, um von Zuhause seine Filmkamera vom Typ Bell & Howell Zomatic Director zu holen. Er will die Vorbeifahrt von Kennedys Fahrzeugkolonne an der Dealey Plaza vor seinem Büro filmen.

Fort Worth, Zentrum, 09:02 Uhr

„Wir kommen voran!“, ruft Kennedy seinen Zuhörern auf dem Parkplatz zu und beendet damit seine kurze Rede. Er klettert vom Lautsprecherwagen und geht ins Hotel, um mit mehr als tausend geladenen Gästen im Ballsaal des Hotels zu frühstücken und dabei eine weitere kurze Rede zu halten.

Fort Worth, Zentrum, 09:25 Uhr

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Jackie Kennedy erscheint im Ballsaal. Sie trägt ein rosafarbenes Kleid aus Wolle mit schwarz abgesetztem Kragen und einen passenden Hut, außerdem elegante weiße Handschuhe. Die Gäste jubeln ihr zu.

Fort Worth, Zentrum, 09:40 Uhr

Der Präsident und seine Frau verlassen das Frühstück im Ballsaal und gehen zurück zu ihrer Suite im achten Stock. Sie haben bis zur Abfahrt zum Flugfeld der Carswell Air Force Base, wo die Air Force One wartet, knapp eine Stunde lang keine Termine.

Dallas, Innenstadt, 10:00 Uhr

Die Polizei stoppt den Verkehr auf der Main Street. Am Straßenrand beginnen sich Tausende Menschen zu versammeln, um einen Blick auf Kennedy zu erhaschen.

Fort Worth, Zentrum, 10:14 Uhr

Wie verabredet, stellt Kennedys Stab ein Telefonat zu John N. Garner durch. Der Vizepräsident der USA in den ersten beiden Amtszeiten von Franklin D. Roosevelt 1933 bis 1941 feiert seinen 95. Geburtstag.

Fort Worth, Zentrum, 10:25 Uhr

Ken O’Donnell zeigt dem Präsidenten in dessen Suite die schwarzumrandete Anzeige aus den „Morning News“. Kennedy sagt nach O’Donnells Erinnerung düster: „Wenn jemand wirklich den Präsidenten der Vereinigten Staaten erschießen will, ist das nicht besonders schwierig: Man muss nur eines Tages mit einem Gewehr mit Teleskop auf ein hohes Gebäude hinauf, niemand könnte etwas gegen einen solchen Anschlag unternehmen.“ Dann macht der Präsident die Bewegung beim Abfeuern einer Waffe nach. Jackie Kennedy erinnert sich an einen etwas anderen Wortlaut: „Ich sage dir, wenn mich jemand vom Fenster aus mit einem Gewehr erschießen will, dann wird das niemand verhindern können. Wozu sich also Sorgen machen?“

Dallas, Flughafen Lovefield, 10:40 Uhr

Auf telefonische Anweisung von Ken O’Donnell aus Fort Worth nehmen Beamte des Secret Service das Regenschutzdach des Präsidentenfahrzeugs ab, das in Dallas-Lovefield bereitsteht. Die Sonne verdrängt die verbliebenen Wolken.Anzeige

Fort Worth, Zentrum, 10:55 Uhr

Die Autokolonne des Präsidenten verlässt die Vorfahrt des Hotels und fährt zur Carswell Air Force Base.

Dallas, Dealey Plaza, gegen 11:00 Uhr

Im sechsten Stock des Schulbuchlagers richtet sich Lee Harvey Oswald seine Position ein: Mit Bücherkartons baut er eine Sichtblende um das Fenster an der Südostecke des Gebäudes. Er darf weder aus den Fenstern des gegenüberliegenden Hauses gesehen werden noch von Kollegen, die zufällig in den sechsten Stock kommen, während er auf die Kolonne des Präsidenten wartet. Die ausgewählte Position erlaubt Schüsse sowohl nach Süden auf die Houston Street als auch nach Westen, wenn die Kolonne des Präsidenten über die Elm Street an der Dealey Plaza entlangfahren wird.

Air Force Base Carswell, 11:08 Uhr

Das gesamte Bodenpersonal des Atombomberstützpunktes bei Fort Worth hat sich versammelt, um den Präsidenten zu sehen. Sie johlen begeistert und umringen den Wagen der Kennedys, die eine Viertelstunde brauchen, bis sie durch die hintere Tür die bereitstehende Air Force One besteigen können.

Air Force Base Carswell, 11:25 Uhr

Unmittelbar nachdem sich der Präsident und seine Frau in ihrem Abteil über den Flügeln angeschnallt haben, startet Colonel James B. Swindal, der Chefpilot der Air Force One, seine Boeing 707 für den kurzen Flug nach Dallas.

Dallas, Flughafen Lovefield, 11:38 Uhr

Nach 13 Minuten in der Luft setzt Pilot Swindal die Air Force One mit dem Präsidentenpaar an Bord sicher auf und notiert die genaue Zeit in seinem Bordbuch. Es ist sonnig und warm, die letzten Pfützen des morgendlichen Regens trocknen.

Dallas, Flughafen Lovefield, 11:40 Uhr

Dallas, Flughafen Lovefield, 11:40 Uhr: Der Präsident und seine Frau verlassen als erste Passagiere nach dem Sicherheitspersonal die Maschine durch die hintere Tür und sind überrascht vom begeisterten Empfang. Tausende Menschen haben sich versammelt und jubeln ihnen zu, obwohl Dallas als ausgesprochen Kennedy-kritisch gilt.

Dallas, Flughafen Lovefield, 11:50 Uhr

Nach rund zehn Minuten endet die offizielle Begrüßung des Präsidenten durch das Empfangskomitee auf dem Flugfeld. 365 Polizisten garantieren für die Sicherheit, außerdem das Personal des Secret Service. John F. und Jackie Kennedy begeben sich zum viertürigen Lincoln-Cabriolet.

Dallas, Dealey Plaza, 11:54 Uhr

Zur Mittagspause ist das gesamte Schulbuchlager leer. Als ein Angestellter noch einmal in den sechsten Stock kommt, weil er seine Zigaretten vergessen hat, trifft er auf Lee Harvey Oswald und fragt ihn: „Kommen Sie denn nicht nach unten?“ Der Hilfsarbeiter antwortet respektvoll: „Nein, Sir.“

Dallas-Nord, 11:55 Uhr

Die Kolonne verlässt fünf Minuten hinter dem Zeitplan durch ein eigens angelegtes provisorisches Tor im Zaun das Flugfeld und biegt nach rechts auf die Lemmon Avenue. An der Spitze fährt ein weißer Ford mit Polizeichef Jesse E. Curry am Steuer, dann folgt das Präsidentenauto und direkt dahinter der Begleitwagen des Secret Service mit Ken O’Donnell. In dem Wagen liegt ein Sturmgewehr M-16 schussbereit. Dahinter folgt in zweieinhalb Wagenlängen Abstand die ebenfalls offene Limousine von Vizepräsident Lyndon B. Johnson mit Begleitwagen, dann mehrere Wagen mit Journalisten. Der größte Teil des Stabes des Präsidenten fährt direkt zum Trade Mart, wo um 12:30 Uhr der Lunch beginnen und Kennedy eine Rede halten soll.

Dallas-Nord, 12:05 Uhr

An der Kreuzung Lemmon Avenue / Lomo Alto Drive fallen Kennedy in der mit knapp 30 Stundenkilometern langsam rollenden Limousine einige am Straßenrand wartende Kinder auf, die ein Schild hochhalten. Darauf steht: „Halten Sie bitte an und geben Sie uns die Hand, Mr. President!“ Er lässt die Kolonne anhalten, steigt aus und wird sofort von den begeisterten Kindern umringt. Nach weniger als einer Minute schieben Beamte des Secret Service die Kleinen beiseite und bugsieren Kennedy zurück zu seinen Wagen. Die Fahrt geht weiter.

Dallas, Dealey Plaza, 12:14 Uhr

Einem jungen Mann, der auf Kennedys Vorbeifahrt wartet, fällt im sieht im südöstlichen Fenster des Schulbuchlagers ein  Mann mit Gewehr und Zielfernrohr auf. Er fragt seine Frau: „Willst Du mal einen Mann des Secret Service sehen?“ Sie antwortet: „Wo?“, und ihr Mann weist auf die Gestalt im Fenster.

Dallas, nördliche Innenstadt, 12:18 Uhr

Ab der Kreuzung Live Oak Street/N Harwood Street stehen die Kennedy-Anhänger in acht bis zwölf Reihen hintereinander. Aus allen Fenstern beugen sich weitere Menschen, um die Kolonne zu sehen. Die Stimmung ist freundlich, vereinzelte Kennedy-Gegner fallen nicht weiter auf.

Dallas, Innenstadt, 12:20 Uhr

Emory Roberts vom Präsidentenbegleitkommando lässt den Voraustrupp im Trade Mart informieren, dass die Kolonne fünf Minuten Verspätung haben wird.

Dallas, Innenstadt, 12:21 Uhr

Die Kolonne biegt nach Rechts in die Main Street ein. Vor den Autos liegen anderthalb Kilometer bis zur Kreuzung Houston Street. Viele zehntausend Menschen drängen sich beiderseits der Straße, durch die traditionell die Paraden von Dallas verlaufen. Sie jubeln und drängen teilweise auf die Straße. Die Wagen müssen noch langsamer fahren, nun kaum mehr zehn Stundenkilometer. Ein Beamter des Secret Service läuft vom Begleitwagen vor bis zum Lincoln des Präsidenten, um sich auf das breite Trittbrett zu stellen und Jackie Kennedy abzuschirmen.

Dallas, Innenstadt, 12:22 Uhr

Die Kolonne passiert die Kreuzung Main Street/Ervay Street. Die Stadtpolizei muss begeisterte Kennedy-Anhänger von der Straße schieben.

Dallas, Innenstadt, 12:23 Uhr

Im Wagen von Vizepräsident Lyndon B. Johnson fällt Senator Ralph Yarborough auf, dass in der Menschenmenge auch viele nicht freudig erregte Gesichter zu erkennen sind. Der Jubel für Kennedy ist nicht die einzige Emotion entlang der Main Street.

Dallas, Innenstadt, 12:24 Uhr

Die Kolonne passiert die Kreuzung Main Street/Field Street. Wo immer die Zuschauer den Lincoln erblicken, brandet Jubel auf.

Dallas, Innenstadt, 12:26 Uhr

Im ganz langsam dahinrollenden Begleitwagen steht Ken O’Donnell auf und verschafft sich einen Überblick,. Er sieht, dass der Jubel der Menschen am Straßenrand echt ist, sieht aber auch verkniffene Gesichter. Besonders fällt ihm auf, wie viele Männer und Frauen Jackie Kennedy zujubeln und ihren Namen rufen.

Dallas, Innenstadt, 12:28 Uhr

An der Kreuzung von Main Street/Market Street schießt Ralph Yarborough der Gedanke durch den Kopf, dass jeder Mensch in einem der oberen Stockwerken einen Blumentopf auf den Präsidenten werfen könnte.

Dallas, Innenstadt, 12:29 Uhr

Die Kolonne erreicht die Houston Street, um die Auffahrt auf den Stemmons Freeway zum Trade Mart zu bekommen, müssen die Wagen hier nach rechts abbiegen und sofort an der nächsten Kreuzung nach links auf die Elm Street. Nellie Connally, die Frau des texanischen Gouverneurs John B. Connally jr., dreht sich zu Kennedy um und sagt: „Sie können nicht behaupten, dass Dallas Sie nicht liebt, Mr. President.“ Kennedy erwidert lächelnd: „Nein, das kann man nicht sagen.“ Es sind seine letzten Worte.

Dallas, Innenstadt, 12:30 Uhr

Nach rund 100 Metern auf der Houston Street biegen die Wagen nach links in die Elm Street ab, die sich entlang dem Park auf der Dealey Plaza zur Auffahrt auf den Stemmons Freeway schwingt. Sie beschleunigen auf knapp 16 Stundenkilometer.

Dallas, Dealey Plaza, 12:30:30 Uhr

Der erste Schuss knallt. Die Blätter einer Eiche verdecken den freien Blick vom Fenster im sechsten Stock auf die Präsidentenlimousine etwas, die Entfernung beträgt gut 40 Meter. Die Kugel wird von einer Ampel abgelenkt und schlägt ohne weitere Folgen im Beton einer nahegelegenen Brücke ein. Instinktiv nimmt der Fahrer der Präsidentenlimousine den Fuß vom Gas, weil er nicht weiß, was er gehört hat. Dabei soll er in einem solchen Fall laut Diensthandbuch beschleunigen. Der schwere Lincoln wird augenblicklich langsamer.

Dallas, Dealey Plaza, 12:30:34 Uhr

Genau 3,5 Sekunden nach dem ersten Schuss knallt es wieder. Aus rund 60 Metern Entfernung trifft die Kugel mit einer Geschwindigkeit von knapp 600 Metern pro Sekunde knapp rechts der Wirbelsäule in den Rücken und tritt unterhalb seines Adamapfels wieder aus. Sie gerät ins Trudeln, schlägt aber trotzdem in den Rücken von Gouverneur Connally ein, durchschlägt seinen rechten Lungenflügel, wird etwas abgelenkt und reißt eine große Austrittswunde. Dann trudelt die Kugel weiter und trifft seinen rechten Unterarm. Kennedys Nervensystem reagiert auf die Verletzung mit einem vegetativen Reflex und reißt die Unterarme hoch. Jackie Kennedy wendet sich ihrem Mann zu, ein Sicherheitsbeamter springt auf den Kofferraumdeckel des Lincoln, um den Präsidenten zu decken.

Dallas, Dealey Plaza, 12:30:39 Uhr

Knapp fünf Sekunden nach dem zweiten Schuss knallt es ein drittes Mal. Da der Lincoln wieder beschleunigt hat, hat Lee Harvey Oswald jetzt freies Schussfeld. Die Entfernung beträgt 85 Meter – für sein Gewehr kein Problem. Die Kugel trifft Kennedy in den Hinterkopf. Weil er wegen seiner Rückenschmerzen ein Stützkorsett trägt, wird sein Körper vom Einschlag der Kugel zuerst nach vorne geschleudert, dann aber, als die Kugel rechts an der Schädelkalotte wieder austritt und ein großes Stück der Schädeldecke absprengt, zurückgeworfen. Das Korsett verhindert jede weitere Bewegung nach vorne, so das der Impuls der wegfliegenden Hirnmasse und die gestaute Energie der Bewegung nach vorwärts den Körper des tödlich verletzten Präsidenten nach hinten wirft. Der Lincoln beschleunigt und fährt auf den Stemmons Freeway. Das nächst gelegene Krankenhaus ist das Parkland Memorial Hospital, rund einen Kilomter nördlich des Trade Mart.

Dallas, Dealey Plaza, 12:30:45 Uhr

Polizeichef Curry funkt an die Einsatzzentrale der Polizei: „Sagen Sie im Parkland Hospital, man soll sich bereithalten.“ Wegen einer verklemmte Mikrofontaste dauert es zwei Minuten, bis die Nachricht an das Krankenhaus durchgegeben werden kann.

Dallas, Dealey Plaza, 12:31 Uhr

Jackie Kennedy umklammert im Fond des Lincolns den Kopf ihres Mannes und murmelt mit tränenerstickter Stimme: „Er ist tot. Man hat ihn umgebracht.Oh Jack, oh Jack, ich liebe Dich!“

Dallas, Dealey Plaza, 12.31:30 Uhr

Im Pausenraum des Schulbuchlagers hält ein Polizist mit gezückter Waffe Lee Harvey Oswald an. Er ist in wenig mehr als einer Minute einmal durch den sechsten Stock des Gebäudes gerannt, hat dabei das Gewehr weggeworfen, dann drei Stockwerke heruntergelaufen und eilt nun dem Ausgang zu.

Dallas, Dealey Plaza, 12:33 Uhr

Oswald verlässt durch den Eingang zur Elm Street das Schulbuchlager und erklärt einem NBC-Journalisten, wo er ein Telefon findet.

Dallas-Nord, 12:33 Uhr

Mit rund 150 Stundenkilometern rasen die Fahrzeuge der Kolonne auf das Parkland Hospital zu.

Washington D.C., 12.34 Uhr

Die UPI-Zentrale gibt die Eilmeldung „Attentat auf Präsident Kennedy“auf die Fernschreiber, die sie in mehr als tausend Redaktionen in den USA weitergeben.

Dallas, Parkland Memorial Hospital, 12:36 Uhr

Fünf Minuten nach den Schüssen trifft der Lincoln mit dem sterbenden Präsident und dem verletzten Connally an der Notaufnahme ein. Dort stehen weder Tragen noch Ärzte bereit.

Dallas, Dealey Plaza, 12:37 Uhr

Ein Polizist funkt an die Zentrale: „Lasst das Schulbuchlager umstellen – ich glaube, die Schüsse kamen von dort!“

Dallas, Parkland Memorial Hospital, 12:38 Uhr

Jackie Kennedy umklammert noch immer den Kopf ihres Mannes, während endlich zwei Notärzte und mehrere Pfleger mit schiebbaren Tragen zum Lincoln kommen. Sie bringen den sterbenden Präsidenten in einen Behandlungsraum. Er wird als „Fall 24740, weiß, männlich, Befund: Schussverletzung“ aufgenommen.

Dallas, Parkland Memorial Hospital, 12:40 Uhr

Roy Kellerman, leitender Beamter des Secret Service, lässt sich mit dem Weißen Haus verbinden und teilt mit, dass Kennedy angeschossen worden ist. Zur selben Zeit erreichen die ersten Tickermeldungen über das Attentat die Regierungszentrale.

New York, Manhattan, 12:40 Uhr

Der TV-Nachrichtenmoderator Walter Cronkite geht mit der UPI-Eilmeldung auf Sendung; die seit zehn Minuten laufende Soap „As the World turns“ wird unterbrochen. Cronkite gibt mit versteinerter Miene bekannt: „In Dallas Texas sind drei Schüsse auf Präsident Kennedys Wagenkolonne in der Innenstadt abgegeben worden. Der erste Bericht sagt, dass Präsident Kennedy durch die Schüsse ernsthaft verletzt worden ist.“

Dallas, südliche Innenstadt, 12:41 Uhr

Lee Harvey Oswald besteigt sieben Häuserblocks vom Tatort entfernt einen Bus. Drei Minuten später steigt er wieder aus, weil der Bus im Verkehr steckenbliebt.

Dallas, Innenstadt, 12:44 Uhr

Die erste Beschreibung eines möglichen Verdächtigen wird durchgegeben: männlich, weiß, Anfang dreißig, schlank, knapp 1,80 Meter groß, dunkelhaarig, hat eilig das Schulbuchdepot verlassen. Die Angaben passen weitgehend zu Oswald.

Washington D.C., 13:45 Uhr

FBI-Direktor J. Edgar Hoover ruft Justizminister Robert F. Kennedy an, um ihm zu bestätigen, dass sein Bruder tatsächlich schwer verletzt worden ist.

Dallas, Parkland Memorial Hospital, 12:46 Uhr

Dr. William Kemp Clark, der Chef der Neurochirurgie, betritt den Behandlungsraum. Er ordnet alle denkbaren Notmaßnahmen an und beginnt, Kennedys Brustkorb zu massieren, um seinen Atem wieder in Gang zu bringen.

Dallas, südliche Innenstadt, 12:48 Uhr

Oswald nimmt ein Taxi und lässt sich vier Kilometer in die Nähe des Hauses fahren, in dem er ein möbliertes Zimmer gemietet hat.

Dallas Parkland Memorial Hospital, 12:57 Uhr

Pater Oscar Huber trifft am Krankenhaus ein. Da seine Gemeinde nur wenige Straßen entfernt liegt, hat ein Stadtpolizist dort angerufen, um einen geistlichen kommen zu lassen. John F. Kennedy soll die Sterbesakramente bekommen.

Dallas Parkland Memorial Hospital, 12:58 Uhr

Dr. Clark beendet seine Bemühungen, Kennedys Kreislauf zu stabilisieren. Die große Kopfwunde blutet nicht mehr – weil fast das gesamte Blut bereits ausgetreten ist.

Dallas-Süd, 12:59 Uhr

Oswald betritt sein Zimmer und verlässt es schon drei Minuten später wieder. Jetzt hat er einen Revolver dabei.

Dallas Parkland Memorial Hospital, 13 Uhr

Noch bevor Pater Huber und ein zweiter Priester im Behandlungsraum eintreffen, wendet sich Dr. Clark Jackie Kennedy zu: „Ihr Gatte hat eine tödliche Verletzung erlitten.“ Der Begleitarzt des Weißen Hauses, Admiral George Burkley, versucht, den Puls zu fühlen, und bestätigt dann mit belegter Stimme: „Der Präsident ist tot.“

Dallas, Dealey Plaza, 13:03 Uhr

Im Schulbuchlager fällt auf, dass einer der Mitarbeiter abwesend ist: Lee Harvey Oswald. Sein Vorgesetzter beschreibt ihn: 24 Jahre, 1.75 Meter groß, schlank, dunkelhaarig.

Washington D.C., 13:05 Uhr

Das FBI hat sich von mehreren Beamten vor Ort bestätigen lassen, dass der Präsident tot ist. Nun gibt Hoover die Nachricht an Robert Kennedy weiter.

Dallas Parkland Memorial Hospital, 13:13 Uhr

Ein Beamter des Secret Service informiert Vizepräsident Lyndon B. Johnson, dass Präsident Kennedy tot ist und er damit der neue Präsident der Vereinigten Staaten.

Dallas-Süd, 13:15 Uhr

Dem Streifenpolizist J. D. Tippit fällt vor einem Drugstore ein junger Mann auf, der genau der inzwischen mehrfach durchgegebenen Beschreibung entspricht. Er fordert ihn auf, sich auszuweisen. Oswald zieht sofort seinen Revolver, schießt viermal und verletzt Tippit tödlich.

Washington D.C., 13:18 Uhr

Mehrere Reporter finden John W. McCormack, den Sprecher des Repräsentantenhauses, beim Mittagessen. Sie informieren ihn, dass Präsident Kennedy erschossen worden sei. Als wenig später die Nachrichtenagentur AP das Gerücht verbreitet, auch Vizepräsident Johnson sei schwer verletzt, glaubt McCormack, als dritter Mann in der Rangfolge des US-Regierungssystems sei nun er Präsident.

Dallas-Süd, 13:22 Uhr

Noch mit seiner Waffe in der Hand geht Oswald eilig Richtung Süden.

Dallas Parkland Memorial Hospital, 13:26 Uhr

Vizepräsident Lyndon B. Johnson verlässt das Krankenhaus, Jackie Kennedy bleibt noch bei ihrem toten Mann.

Washington D.C., 13:30 Uhr

An den ersten Regierungsgebäuden setzen Hausmeister oder Wachposten auf eigene Initiative die Flaggen auf Halbmast.

Dallas, Flughafen Lovefield, 13:33 Uhr

Johnson trifft an der Air Force One ein, die über ein komplettes Kommunikationssystem mit neuestem Standard verfügt.

Irving, 13:36 Uhr

NBC bringt einen Livebericht von einem Reporter am Tatort. Er berichtet, dass die Schüsse aus dem Schulbuchlager kamen. Ein Nachbarin erzählt Marina Oswald davon. Sie weiß, dass ihr Mann ein Gewehr in der Garage versteckt hat. Sie schaut nach und sieht die Decke, in die er die Waffe eingehüllt war. Marina ist erleichtert, schaut aber dennoch nach. Das Gewehr mit Zielfernrohr ist verschwunden.

Dallas-Süd, 13:40 Uhr

Ohne zu bezahlen, drängt Lee Harvey Oswald in das Kino Texas Theatre am West Jefferson Boulevard. Die Kassiererin benachrichtigt die Polizei und sagt, es handele sich um einen jüngeren Weißen, schlank und dunkelhaarig.

Dallas-Süd, 13:45 Uhr

Zehn Streifenwagen werden um das Kino zusammengezogen.

Dallas-Süd, 13:50 Uhr

Nach einem kurzen Handgemenge nehmen Polizisten Lee Harvey Oswald im Zuschauerraum des Kinos fest. Er zückt noch seien Waffe, wird aber niedergerungen. Dabei schreit er: „Ich protestiere gegen die Brutalität der Polizei!“

Dallas, Parkland Memorial Hospital, 13:51 Uhr

Die Stadtpolizei schickt eine Eskorte für Jackie Kennedy und den Wagen, der den Sarg mit dem Leichnam des Präsidenten zur Air Force One bringen soll. Die Witwe hat entschieden, Dallas so schnell wie möglich zu verlassen. Sie will zurück zu ihren beiden Kindern. Allerdings ist das rechtlich nicht zulässig: Da John F. Kennedy in Dallas erschossen worden ist, muss sich der Coroner von Dallas um den Leichnam kümmern, die Autopsie durchführen und den Toten freigeben. Jackie Kennedy setzt sich durch.

Irving, 14:00 Uhr

Marina Oswald findet den Ehering ihres Mannes. Sie ist jetzt sicher, dass er etwas mit dem Attentat auf Kennedy zu tun hat.

Washington D.C., 14:06 Uhr

Ein Anruf aus der Air Force One wird zu Justizminister Robert Kennedy durchgestellt. Am Apparat ist Vizepräsident Johnson. Er fragt, ob man ihm die Formel für die Vereidigung zum Präsidenten durchsagen kann. Der erschütterte jüngere Bruder des Präsidenten beauftragt seinen Stellvertreter Nicholas Katzenbach, das zu erledigen.

Dallas, Parkland Memorial Hospital, 14:06 Uhr

Der Leichnam des Präsidenten wird aus dem Krankenhaus getragen und in einem eilig bei einem nahegelegenen Bestattungsunternehmer besorgten Bronzesarg zum Flughafen Lovefield gebracht. Dr. Clark unterschreibt rasch noch einen Blanko-Totenschein und drückt ihn einem Beamten des Secret Service in die Hand.

Dallas, Flughafen Lovefield, 14:14 Uhr

Die Bundesrichterin Sarah T. Hughes, die in Trade Mart vergeblich auf die Ankunft von Präsident Kennedy gewartet hat, ruft in ihrem Büro an und erkundigt sich, ob etwas für sie vorliege. Offenbar will sie angesichts der schockierenden Nachricht vom Attentat den Arbeitstag beenden. Ihr Büronachbar, Bundesstaatsanwalt Barefoot Sanders, hat sie schon erregt gesucht. Jetzt nimmt er den Hörer und sagt der 67-jährigen Juristin: „Der Vizepräsident möchte, dass sie ihn als Präsidenten vereidigen. Können Sie das machen?“ Hughes antwortete mit einem einfachen „Ja“ und fragt noch, wo die Zeremonie stattfinden solle. In der Air Force One in Lovefield? Dort könne sie in zehn Minuten sein.

Dallas, Innenstadt, 14:15 Uhr

In Dallas ordnet der Polizeieinsatzleiter an, einen Haftbefehl für Lee Harvey Oswald auszustellen, den vermissten Lagerarbeiter. Er ist erstaunt, als er erfährt, dass der Gesuchte gerade festgenommen worden ist.

Dallas, Flughafen Lovefield, 14:15 Uhr

Acht Männer wuchten den Bronzesarg über die hintere Treppe in die Kabine der Air Force One; sie stellen ihn in den Durchgang zur hinteren Kombüse.

Washington D.C., 14:20 Uhr

Der stellvertretende Justizminister Katzenbach gibt die offizielle Eidesformel an die Air Force One durch. Sie steht in der Verfassung der USA, in Artikel II, Absatz 1.

Dallas-Innenstadt, 14:30 Uhr

Im Polizeipräsidium beginnt Will Fritz, der Leiter der Mordkommission der Polizei von Dallas, mit der Vernehmung des Verdächtigen Lee Harvey Oswald. Seine erste Frage zielt auf eventuelle Komplizen von Oswald. Stets sind mehrere Zeugen im Vernehmungsraum, im Laufe der Verhöre insgesamt mehr als 20 Personen.

Dallas, Flughafen Lovefield, 14:30 Uhr

Richterin Hughes kommt bei der Air Force One an. Sie will ihren Kollegen Sanders wegen der Eidesformel anrufen, als ihr jemand eine Karte mit den handgeschriebenen Sätzen : „Ich, Lyndon Baines Johnson, schwöre, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde.“

Dallas, Flughafen Lovefield, 14:35 Uhr

In der Passagierkabine der Air Force One ist alles bereit zur Vereidigung von Johnson. Die Mitarbeiter aus Kennedys Stab halten sich zurück. Ihnen ist es unangenehm, dass der Sarg mit dem Leichnam kaum ein Dutzend Meter im Vorraum der Kombüse steht. Der neue Staatschef spricht mit dem Fotografen des Weißen Hauses, Cecil Stoughton, der die Vereidigung dokumentieren soll: „Wie wollen Sie uns haben?“ Der Fotograf antwortet: „Ich werde die Richterin so platzieren, dass ich ihr über die Schulter schauen kann, Mr. President.“ Als Sarah Hughes mit der Zeremonie beginnen will, sagt Johnson: „Wir warten auf Mrs. Kennedy. Ich möchte, dass sie dabei ist.“

Dallas, Flughafen Lovefield, 14:37 Uhr

Jackie Kennedy tritt aus der Schlafkabine des Präsidenten im hinteren Teil des Flugzeuges. Sie stellt sich neben Johnson. Plötzlich fällt einem Assistenten ein, dass noch etwas Wichtiges fehlt: „Ist denn keine Bibel da?“ Die einzige Heilige Schrift an Bord der Air Force One ist das persönliche Exemplar von John F. Kennedy, das er immer bei sich hatte auf Reisen. Richterin Sarah Hughes nimmt das Buch, hält es vor sich und Johnson legt seine Hand darauf.

Dallas, Flughafen Lovefield, 14:38 Uhr

Genau 28 Sekunden dauert der Amtseid des 36. Präsidenten der USA. Die Witwe des 35. Amtsinhabers steht wie betäubt daneben, als prominenteste Zeugin. Sie bekommt nicht mit, was vor ihren Augen geschieht. Als Johnson die Eidesformel komplett nachgesprochen hat, ergänzt Richterin Hughes noch: „So wahr mir Gott helfe!“ Johnson wiederholt jedes Wort langsam und mit besonderem Nachdruck: „So wahr mir Gott helfe!“

Quellen: „Report of the President’s Commission on the Assassination of President John F. Kennedy“, Washington D.C. 1964; „Report of the Select Committee on Assassinations of the U.S. House of Representatives“, Washington D.C. 1979; William Manchester; „The Death of a President“, New York 1967; Gerald Posener: „Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK“, New York 1993.

DALLAS, 22. NOVEMBER 1963

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